Unter Vitamin D fällt eine ganze Reihe fettlöslicher Stoffe, die zwar historisch gesehen nicht vollständig die typische Definition erfüllen, aber eine sehr ähnliche Funktion im Stoffwechsel übernehmen. Wie klassische Vitamine ist auch das Vitamin D für ein gesundes Leben unerlässlich, kann von diesem allerdings in einem bestimmten Maße aus Ausgangssubstanzen in Verbindung mit Sonnenlicht in der Haut gebildet werden. Wird es jedoch nicht schnell genug in die Blutbahn überführt, zerfällt es wieder zu physiologisch unwirksamen Nebenprodukten.

Die Bildung des Vitamins erfolgt nur in direktem Sonnenlicht

Für die Herstellung von Vitamin D benötigt der Körper das Provitamin Dehydrocholesterol, das er in einem gewissen Maße selbst herstellen kann. Die Bildung entsteht allerdings nur bei einer gleichzeitigen Aufnahme von Ultravioletter Strahlung, die die anschließende Synthese in Gang setzt. Die gebildete Menge hängt tark vom Hauttyp ab – blasse Haut bildet sehr viel schneller und effizienter Vitamin D, da sie die erforderlichen Strahlen fast vollständig absorbiert. Um den Körper vor einer Überproduktion zu schützen, wird gleichzeitig Melanin gebildet – die typische „Bräunung“ nach einem Sonnenbad – das die verantwortlichen Wellenlängen absorbiert und dadurch die Herstellung bremst.

Vitamin D in Nahrungsmitteln

Anders als andere Vitamine kommt Vitamin D in Früchten nur in sehr geringen Mengen vor. Die einzige nennenswerte, pflanzliche Quelle ist die Avocado, von der allerdings auch bei vergleichsweise hohen Konzentrationen einige hundert Gramm notwendig sind, um den empfohlenen täglichen Bedarf zu decken. Reich vorhanden ist das Vitamin hingegen fettreichen Fischen wie Matjesheringen, Sardinen, Aal oder Lachs. Besonders Lebertran enthält extrem hohe Dosen, wird allerdings selbst nur in sehr geringen Mengen konsumiert und stellt dadurch auch keine sinnvolle Ergänzung dar. Andere tierische Speisen mit einem mittleren bis niedrigen Gehalt sind beispielsweise Hühnereier und Milchprodukte. Auch Zuchtchampignons enthalten mitunter höhere Anteile von Vitamin D, die allerdings stark von der Verarbeitung und vor allem von der Menge des aufgenommenen Lichts abhängen. Sehr arm ist hingegen beispielsweise die Muttermilch – aus diesem Grund werden den meisten Säuglingen zwischen einem und zwei Jahren zusätzlich Vitamin D verabreicht und industrielle Säuglingsmilch künstlich angereichert.

Ein Mangel kann gravierende Folgen haben

Vitamin D ist für den Knochenbau unerlässlich und kann bei einem Mangel zu schweren Fehlbildungen führen. Erst im 20. Jahrhundert erkannten Mediziner, dass es sich bei der gefürchteten Rachitis in Wahrheit fast immer um einen Mangel des Vitalstoffs handelt. Seitdem werden in Deutschland nahezu alle Säuglinge bis zu einem Alter von zwei Jahren prophylaktisch mit Vitamin D behandelt. Tritt der Mangel im Erwachsenenalter auf, sprechen Ärzte hingegen von der Osteomalazie. Hier wird die Einlagerung von Calcium in den Knochen gestört, was zu einer Muskelschwäche und Erweichung des Skeletts führt und häufige Brüche zur Folge hat. Solch schwere Mangelerkrankungen sind zwar sehr selten, doch Experten haben in Studien festgestellt, dass ein großer Teil der Bevölkerung wegen des geänderten Lebenswandels, elektrischer Beleuchtung, der permanenten Verwendung von Sonnencremes und weniger Aufenthalten in der Sonnen heute nicht die empfohlene Tagesdosis an Vitamin D bildet. Dies gilt als ein entscheidender Risikofaktor für zahlreiche Zivilisationskrankheiten. So wurden bei einem langfristigen Mangel unterschiedlichste Symptome wie Müdigkeit, Depression und Muskelschmerzen, eine Schwächung des Immunsystems, kardiovaskuläre Erkrankungen und erhöhte Anfälligkeit für schwere Krankheiten wie Krebs, Parkinson oder Diabetes beobachtet.